Dünger im Sack, zack zack

In vielen japanischen Bonsaibeiträgen und Magazinen sind mir immer wieder seltsame Säckchen auf der Substratoberfläche aufgefallen.

Es sind Teesäckchen mit individuell zusammen gestellten tierischen und/oder pflanzlichen Mehlen, die als Langzeitdünger sehr effiziente Substanzen und Spurenelemente für unsere Bäume enthalten.

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Diese befüllbaren Teesäckchen bekommt man in einem
Teefachgeschäft oder Reformhaus.

Der Vorteil dieser Düngemethode ist, dass man einzelne Bestandteile an die Bedürfnisse der Pflanze anpassen kann. So ist zum Beispiel eine Mischung mit Fischmehl, Rapsschrot und Blutmehl, zu gleichen Teilen, ein hervorragender Langzeitdünger das ganze Jahr hindurch.

Fischmehl: Wird als Protein- und Energieträgerin der Tierfütterung
eingesetzt. Fischmehl hat einen hohen Proteingehalt. Das Protein
enthält große Anteile essentieller Aminosäuren, sowie Vitamin B12,
Selen und vieles mehr. Als Fischmehl bezeichnet man getrocknete und
gemahlene Fische oder Teile von Fischen. Küstenfischmehl z.B.
kann in mäßigen Mengen Beifang, insbesondere Krebstiere, Seesterne
und Muscheln enthalten.

fischmehl-bestandteile

Rapsschrot: Futterzusatzmittel in der Tierfütterung,
reich an Phosphor und vielen Spurenelementen u.a. auch Eisen.

Blutmehl: Kalkstickstoff im Blutmehl sorgt bei den Pflanzen
für ausgezeichnetes Wachstum, so dass sich keinerlei winzige
Not- oder Frustblüten bilden. Stickstoff wird oftmals als
Ammoniumstickstoff oder Salpeter (Nitrat) künstlich zugeführt.
Die Pflanzen können diesen künstlichen Wirkstoff nicht direkt
aufnehmen. Bei Blutmehl hingegen muss der Stickstoff nicht erst
durch Bodenbakterien aufgearbeitet werden. Weiters sind auch Eisen,
Zink und Kalium enthalten.


Ein weiterer Vorteil ist es, dass die Säckchen in den heißen Sommermonat(en) und/oder zu Beginn der kalten Jahreszeit ganz leicht entfernt werden können. Im Gegensatz zum aufgestreuten, aufgelegten organischen Dünger, wie Pulver oder Pellets, der sich nur durch Abtragung der gallertartigen zersetzten Masse entfernen lässt.

1c640769503c551a4753094bda18b43d1Beim Befüllen der Düngersäckchen sollte man allerdings bedenken, dass der Inhalt, in welcher Zusammensetzung auch immer, beim ersten Gießen aufquillt und das Säckchen dadurch platzen kann (also nur 2/3 befüllen). Das Säckchen wird durch die Sonneneinstrahlung sehr schnell wieder hart und gibt dadurch immer nur wenig aber kontinuierlich seinen Inhalt frei.

Wenn es gewünscht wird, den Inhalt schneller zur Verfügung zu stellen, dann mengt man bei der Mischung etwas zerriebenes Sphagnum Moos hinzu, um das Säckchen lange feucht zu halten, damit sich die enthaltenen Mehle schneller lösen können.

Wenn man nicht unbedingt Mehle selber zusammen mischen möchte, kann man auch nur gekaufte Düngerpellets wie z.B. Biofert in die Säckchen abfüllen.

Zum Schluss, nur noch auflegen und mit einem Zahnstocher oder kleinen Nagel fixieren, so verbleiben die Säckchen an ihrem Bestimmungsort und können ihre Arbeit verrichten.

nun zuviel geredet, hier ein Video wie befüllt wird. 🙂

einfach ausprobieren, viel Spaß  und bis die Tage……. 😉