Erstgestaltung einer Lärche

IMG_4203 - Kopie IMG_4204 - Kopie IMG_4205 - KopieAm ersten Samstag im Jänner 2015 durften wir bei der Verwandlung vom Yamadori zum Bonsai bei einer Erstgestaltung dabei sein. Es handelte sich um eine Lärche (Larix decidua) die ursprünglich auf 1800 m Seehöhe ihr Dasein fristete. Sie hat einen Stammdurchmesser von 18 cm und ist vor der Gestaltung ca 90 cm hoch. Einen Tag zuvor wurden abgestorbene kleine Äste entfernt oder zu Jin´s Gestaltet und mit Jinmittel behandelt. (Es ist von großer Wichtigkeit Jin´s und Sharis vor der Gestaltung zu bearbeiten, um den Charakter der Pflanze zu verstärken oder hervor zu heben)IMG_4206larix neuWenn man die Pflanze von der gestalterischen Vorderseite betrachtet, erkennt man einen Doppelstamm, der mit einem sehr großen und breiten NEBARI, von Mutter Natur aus, ausgestattet wurde. Eine leicht verlaufende Bewegung des Stammansatzes nach hinten bringt eine gewisse Dynamik in die Pflanze (Gestaltung). Wenn man sich die Astanordnung ansieht, kann man eine nach rechts wachsende Richtung erkennen. Bei der Positionierung der Pflanze wurde, aufgrund der Bewegung nach rechts und des breiten Wurzelansatzes, die Lärche etwas zum Betrachter geneigt. Um die Wuchsrichtung der Äste nach rechts zu betonen, wurde die Pflanze um ca 20 cm auch nach rechts gekippt.IMG_4216   Nach Festlegung des Pflanzwinkels wurde die zukünftige Gestaltung besprochen, und welche Äste stark gebogen werden müssten. Um starke Äste relativ unbeschadet biegen zu können, muss man die Äste unbedingt vor den Biegemaßnahmen mit BAST schützen. IMG_4242 - Kopie Der Bast sollte sehr eng und straff angebracht werden. Es hat sich als Vorteil erwiesen, an der äußeren Biegestelle des Astes den Bast zu überlappen, um den Ast so mehr zu schützen. Bei solchen Biegungen entstehen an der Rinde des Astes kleine bis große Risse, die beim Heilungsprozess zu einer starken KAMBIUM Bildung führen. Das enge Anbringen des Bastes bewirkt, daß Druck auf den Ast ausgeübt wird, um so das sich bildende Kambium im Zaum zu halten und ein gleichmäßiges Heilen zu bewirken (keine unschönen Wülste am Ast). Aschließend wurde der Bast mit Klebeband abgeklebt, um die Feuchtigkeit des Bastes lange zu gewährleisten.IMG_4250

Die ganze Pflanze wurde mit weichem Aluminium gedrahtet, da Kupfer zum jetzigen Zeitpunkt des Winters zu starken Druck auf die Äste ausüben würde.

5 Stunden und einem Wienerschnitzel später, war es dann an der Zeit die Äste in ihre zukünftige Bewegung und Position zu bringen. Nach einigen kreativen Gesprächen während der Ast-Positionierung, ist eine stimmige, der Pflanzgattung entsprechende, Erstgestaltung entstanden. Der Baum mißt in der Höhe 65 cm und ist 85 cm breit. IMG_4284In Zukunft wird sich der Besitzer auf die Feinverzweigung und die Entwicklung von Grünmasse konzentrieren, um den Baum in 2 – 3 Jahren in eine passende Schale oder auf eine Steinplatte zu setzen. Eine Herausforderung der besonderen Art war das Beladen des Autos mit der gestalteten Schönheit, um ihre neu angeortneten Äste auch unbeschadet nach Hause zu befördern.

einige Fotos der Gestaltung

Zu guter Letzt bedanken wir uns recht herzlich, dass wir dabei sein durften.

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Freude und Energie man bei diesem Hobby.bekommt, das wir alle so lieben 😉

Der Baum mit frischen Austrieb im März 2015
2 1/2 Monate nach der Erstgestaltung

20150309_153300😉

bis die Tage………….